Streunerhunde: Ein Problem in Süd- und Osteuropa

Zweitägige EU-Tierschutzkonferenz in Brüssel

Zweitägige EU-Tierschutzkonferenz in Brüssel

Am 7. und 8. Oktober 2008 veranstaltet die internationale Tierschutzorganisation Vier Pfoten gemeinsam mit dem österreichischen Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend die zweite EU-Konferenz zum Tierschutz. Im Mittelpunkt der zweitägigen Konferenz steht die Problematik der Streunerhunde, ein in Europa immer noch weit verbreitetes Problem. Internationale Experten werden neue und interessante Einblicke und Lösungsansätze präsentieren.

Streunerhunde sind vor allem in Süd- und Osteuropa ein großes Problem. Aus politischen und wirtschaftlichen Gründen wurden Hunde über Jahrzehnte ausgesetzt oder zurückgelassen, wenn die Besitzer vom Land in die Städte gezogen sind. Die Hunde kämpften ums Überleben, vermehrten sich rasant und wurden Opfer von Krankheiten und Seuchen. Diese Krankheiten können auch auf Menschen übertragen werden, daher wurden die verwahrlosten Tiere zum Feind erklärt.

In der rumänischen Hauptstadt Bukarest wurden Anfang der Neunziger Jahre zum Beispiel die Streunertiere eingefangen und auf grausamster Art und Weise hingerichtet. Allerdings vermehrten sich die überlebenden Tiere weiterhin, 2007 lebten in Bukarest wieder 60.000 Hunde auf der Straße.


Mit einer ethischen und nachhaltigen Lösung hat Vier Pfoten die Vorreiterrolle bei der Eindämmung der Streunerhunde eingenommen, vor allem in Osteuropa. Seit 2000 reisen auf Bitte der jeweiligen Gemeinden Vier Pfoten Teams in Ortschaften, die besonders von der Problematik betroffen sind. Die Streunertiere werden eingefangen, geimpft und kastriert.

Diese Methode der Geburtenkontrolle schränkt das rasante Wachstum der Tierpopulation ein, da sich unkastrierte Tiere unkontrolliert vermehren. Eine zusätzliche Kombination aus allen notwendigen Impfstoffen vermeidet den Ausbruch von Erkrankungen und ist genauso unerlässlich wie die Behandlung gegen Parasiten. So wird die Gefahr von übertragenen Seuchen gebannt und die unkontrollierte Vermehrung der Straßentiere eingedämmt.

Am 7. und 8. Oktober 2008 werden Experten aus der ganzen Welt über die Streunerhunde-Problematik diskutieren, Erfahrungsberichte zusammentragen und neue Erkenntnisse präsentieren. VIER PFOTEN und das Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend sind gemeinsame Gastgeber der Konferenz, die in der Ständigen Vertretung Österreichs in Brüssel stattfindet.

"Mit dieser Konferenz wollen wir zeigen, dass es auch tierfreundliche Lösungen für ein Ende der Streunerhunde-Problematik gibt", so Dr. Marlene Wartenberg, Leiterin des European Policy Office von Vier Pfoten in Brüssel. "Das Töten von Streunern ist bestialisch und bietet keine Lösung - das von Vier Pfoten ins Leben gerufene Projekt "Stray Animal Care" bietet eine nachhaltige und humane Alternative, die in absehbarer Zeit das Problem ein für alle Mal beenden wird."

Siehe auch

Netmarks

Quelle

Vier Pfoten - Stiftung für Tierschutz, Logo

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