Collie Rough
Der Collie Rough (Langhaariger Schottischer Schäferhund) ist ein britischer Hütehund (FCI-Nr. 156, Gruppe 1, Sektion 1).
Der Collie wird heute in zwei Varianten gezüchtet. Der Britische Collie ist ein eleganter bis 61 cm großer und bis 25 kg schwerer Begleithund und hat ein etwas gemischtes Ober- bzw. Unterfell, wodurch das Fell mehr aufplüscht. Er gilt auch heute noch als vornehmer, um nicht zu sagen adliger Luxushund.
Der amerikanische Typ ist 61 bis 66 cm groß und wird bis zu 30 kg schwer, hat eine etwas längere Nase wodurch der Kopf schmaler wirkt, und ein deutlich unterscheidbares glattes Ober- und Unterfell. Er ist insgesamt ein wenig ursprünglicher. Des Weiteren kommen hier auch mehr Farbschläge zum tragen.
Beide Typen sind jedoch ausgezeichnete Wächter für Tierherden, wie Schafe und ein guter Spielkamerad für Kinder. Dieser geschmeidige und aktive Hund hat dichtes Fell, das Deckhaar ist lang und mit einem seidig weichem pelzigem Unterhaar unterlegt.
Contents
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Herkunft und Geschichtliches
Der Schottische Schäferhund existiert nachweislich schon seit dem 13. Jahrhundert in England und wurde vorwiegend als Hütehund der Schäfer in den Schottischen Hochmooren genutzt.
Seinen Namen hat der Collie von den Schafen. Diese Schafe mit schwarzen Gesichtern und Beinen werden Colleys genannt; ihre Hütehunde waren die Colly Dogs, ein Name, der sich später in Collie abwandelte. Eine weitere These wie der Collie zu seinem Namen kam ist die angelsächsischen Wortform für schwarz. Schwarz war auch die ursprüngliche Farbe der Rasse namens Colley.
Nach der Fundlage zu urteilen, ist der Collie eine Kreuzung romanischer Herdenschutzhunde, die in Begleitung römischer Truppen nach Gallien und Germanien kamen und sich hier dem einheimischen Spitz der Alpen mischte, der von den Hochalpen bis in die Goten- und Wikingergebiete verbreitet war. Im Zuge der Wanderung germanischer Völker kam er nach Island bzw. auf die Britischen Inseln und wurde durch die Insellage jahrhundertelang isoliert von Schafzüchtern gehalten, die besonderen Wert auf bestimmte Zeichnungen legten, um den Hund im Hochmoor leichter auszumachen. So entwickelte sich seine Zeichnung zu einem rassetypischen Merkmal. Damit dürfte der Colliestammbaum bereits um 500 nach Christi Geburt beginnen.
Queen Victoria von Hannover lernte den Collie durch ihre Aufenthalte im schottischen Balmoral kennen und lieben und wurde fortan ein Förderer dieser Rasse, die sie gern und großzügig auch an Diplomaten und Königshäuser in ganz Europa verschenkte. Berühmt wurde ihre schwarze Colliehündin Gypsy, die 1868 im Park von Schloss Windsor beerdigt wurde.
1840 erfolgte in England die Gründung des "Collie Club" durch herrschaftliche Liebhaber, die ihrerseits 1858 die Anerkennung als Rasse durchsetzten.
1859 fand die erste nationale Hundeausstellung in England statt. Der Collie trat 1861 erstmals auf der Birmingham Dog Show in Erscheinung. Von einem gewissen Herrn Siviter wurde ein Collie namens „Jeho“ ausgestellt. Er ging in der Klasse „Sheepdogs of all Varieties" an den Start.
1871 tritt erstmals ein Collie namens „Old Cocki“ in Erscheinung, der mittlerweile als Urvater aller Collies gilt. Da er einen massiven, etwas plump wirkenden Körperbau, einen breiten Oberschädel, ein kurz gedrungenes Erscheinungsbild hatte, entsprach er natürlich nicht dem heutigen Rassestandard. Doch er besaß bereits das füllige, lange Brusthaar. In der vierten Generation wurde mit „Metchley Wonder“ jener Collie-Typ gezüchtet, der den heutigen Standard definierte.
1873 wurde unter dem Vorsitz des Prinzen von Wales der Kennel-Club gegründet, der 1881 den ersten Standard für Collies setzte.
Mit der Besiedelung Australiens und Amerikas kamen Collies im 19. Jahrhundert auch in die Neue Welt, wobei man es hier weniger genau mit dem Rassestandard nahm. Die isolierte Lage einiger Farmen förderte dabei auch Farbschläge, die der Englische Collie Club bereits als unerwünscht einstufte. So gründeten die Amerikaner ihren eigenen Collieclub, der u.a. den weißen und schwarzen Collie kennt. In Australien wurde er u.a. Stammvater des Australischen Cattle Dog und sogar mit Dingos gekreuzt.
Der Collie wurde auch als erster Hund im Kriegs- und Sanitätsdienst eingesetzt. Er genoss einen großartigen Ruf als Sanitäts- und Meldehund des Militärs. Die Briten setzten weltweit Collies auf Kriegsschauplätzen ein, nicht zum Kämpfen sondern um zu helfen. So retteten Collies tausenden von Soldaten das Leben.
Der Collie ist heute einer der einflussreichsten und beliebtesten Hunderassen weltweit, die in unzähligen anderen Hunderassen eingekreuzt wird und wurde.
Über die Herkunft des Collies existieren viele Legenden. Eine davon erzählt, dass Queen Victoria von Hannover dem letzten russischen Zaren Nicolaus II. zu seinen russischen Windhunden auch Collies schenkte und der Zar fortan beide Rassen züchtete und kreuzte. So entstand der Barsoi durch Kreuzung von Collie und russischem Windhund, was das edle Temperament des Barsois erklären würde.
Eine andere Legende gibt den Border Collie als Ursprung des Collies an. Demnach kam der Collie vor 400 Jahren aus Island.
Durch den extrem schmalen Kopf wurde dem Collie lange Zeit eine mindere Intelligenz zugesprochen. Dies hat sich mit der Zeit jedoch wieder gegeben, insbesondere nachdem Königin Victoria ihn förderte.
Spätestens mit dem Fernsehhund Lassie stieg der zu einer der beliebtesten Haushunderassen auf. Seitdem folgten mehr als 50 Lassie-Filme und 2 Fernsehserien, von denen die letzte erst 1989 abgedreht war.
Farbschläge
Den Collie gibt es weltweit in drei Farbschlägen: zobel-weiß (sable-white), tricolor (überwiegend schwarz-weiß mit tan) und blue-merle. Die sable-Variante variiert zwischen einem hellen Goldton und einem tiefdunklen Mahagoni, deshalb spricht man auch vom dark-sable. Eine Sonderform ist der Weiße und der schwarze Collie, der bei der ursprünglichen Rassebeschreibung einfach "vergessen" wurde, also FCI-rein nicht gezüchtet wird. Der Schwarze Collie verfügt über fast keine Abzeichnen, erwünscht ist jedoch ein schmaler weisser Kragen, 4 weisse Beine und eine weisse Rutenspitze.
Der weiße Collie hat den typisch gezeichneten Colliekopf mit rotem, schwarzem, blue-merle oder sable-merle Kopf und wird erst hinter der typischen Halskrause überwiegend weiß. Flecken sind dabei durchaus möglich. Auch von Queen Viktoria ist bekannt, dass sie weiße und schwarze Collies gehalten hat. Der weiße und schwarze Collie wird bisher nur in Amerika, Kanada, den Niederlanden und Belgien von der FCI anerkannt, aber es gibt ihn gelegentlich auch in Deutschland. Der Club für Amerikanische Collies e.V. hat den amerikanischen Zuchtstandard übernommen und züchtet hier in Deutschland Collies im Amerikanischen Typ in insgesamt 8 anerkannten Farbvarianten, auch in Weiß.
Der Blue Merle ist ein graumelierter Collie. Er ist ein Tricolor-Collie mit einer Aufhellung, die durch das Merle-Gen bewirkt wird. Das Merle-Gen darf nur von einem Elterntier vererbt werden, da es sonst zu sogenannten "Weißtigern" kommt, die überwiegend weiß sind, ohne farbigen Kopf und keinesfalls mit dem Colour-Head-White (CHW) Collie zu verwechseln sind. Bei dieser Verpaarung können schwerste Schädigungen an Augen und im Innenohr auftreten (Taubheit und Blindheit) Da das Merle-Gen in zobelfarbenen Collies im erwachsenen Zustand häufig nicht mehr erkennbar ist, besteht bei "Sable-Merle"-Collies immer die Gefahr, dass versehentlich 2 Elterntiere mit Merle-Gen verpaart werden, was wiederum zu Weißtigern führt. Deshalb ist die "Sable-Merle"-Farbe im Club für Britische Hütehunde (VDH) verboten. Bei ehrlicher Angabe dieser Farbe in den Papieren besteht dieses Problem natürlich nicht. Natürlich ist da die Sachkenntnis der Züchter gefragt.
Rassespezifische Erkrankungen
Seit Anfang der 80er Jahre ist bekannt, dass Collies auf bestimmte Medikamente empfindlich reagieren und sogar an ihnen sterben können. In Anlehnung an eines der für den Collie möglicherweise tödlichen Medikamente wurde damals der Begriff „Ivermectin-empfindlicher Collie" geprägt. Beschrieben wurden Reaktionen von Bewegungsstörungen, Erbrechen und Koma bis hin zum Tod einzelner Tiere. Dabei fiel aber auch auf, dass andere Tiere der selben Rasse keinerlei Beeinträchtigungen zeigten. Im äußeren Erscheinungsbild konnten keine Unterschiede zwischen gefährdeten und ungefährdeten Tieren festgestellt werden. Intensive Forschungen der letzten 20 Jahre und vor allem die moderne Biotechnologie brachten den Beweis, dass der MDR1-Defekt Ursache dieser Empfindlichkeit und Ivermectin nur ein gefährlicher Wirkstoff von vielen ist. Auch für andere Hunde oder Menschen harmlose Mittel, wie Durchfallmittel, Antibiotika oder Herzmittel, können, je nach Wirkstoff, die beschriebenen Nebenwirkungen hervorrufen. Von allen Hunderassen, bei denen dieser Defekt auftaucht, sind die Collies am stärksten betroffen: 76 % besitzen mindestens ein defektes Gen. Das ergab eine Studie der Uni Gießen (cgl. Vetmed - Uni Giessen), die auch einen Bluttest auf den Defekt anbietet.
Collies zeigen darüber hinaus ein gehäuftes Auftreten der Dermatomyositis, einer genetisch bedingten Haut-Muskel-Erkrankung bei Junghunden.
Amerikanischer Collie
Eine Variante des Rough ist der Amerikanische Collie. Er entspricht in seinem Äußeren mehr dem "Lassie-Typ". Er ist bis zu 66 cm hoch und schwerer als der britische Collie. Er hat weniger Unterfell, ein kräftiges Fundament, eine etwas andere Gesichtsform und mandelförmige, etwas größere Augen. In Deutschland wird der Amerikanische Collie in 8 Farbvarianten unter anderem im Club für Amerikanische Collies e.V. gezüchtet.
Siehe auch
Netmarks
- Amerikanische Collies in Deutschland
- Club für Amerikanische Collies e.V. in Deutschland
- Genetischer Stammbaum des Collies
- Deutscher Collie Club - Zuchtverband im VDH/FCI mit Informationen zum Collie, über Ausstellungen und Züchter
- Club für britische Hütehunde - Zuchtverband im VDH/FCI mit Informationen zum Collie und verwandte Rassen, über Ausstellungen und Züchter
- Amerikanischer Collie Club
- Die Farbvererbung beim Collie
Quelle und Lizenz
- Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag in Wikipedia, der freien Enzyklopädie, in der Fassung vom 21. März 2008. Der Originalbeitrag steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Zum Artikel | Versionen/Autoren.
Literatur
Systematik
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