Kuvasz

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Kuvasz auf Terrasse

Der Kuvasz ist eine von der FCI anerkannte ungarische Hunderasse (FCI-Nr. 54, Gruppe 1, Sektion 1). Obwohl der Kuvasz eindeutig ein Herdenschutzhund ist, wird er als ungarischer Hirtenhund gelistet.

Der Kuvasz ist mit seinen bis zu 76 cm Widerristhöhe und bis zu 62 kg Gewicht ein beeindruckender Hund. Neben dem ausdrucksvollen Gesicht fällt der Kuvasz auch durch sein starkes, muskulöses, dennoch elegantes und damit harmonisches Gesamtbild auf. Das Haarkleid ist in aller Regel weiß und zumeist gewellt bis lockig. Auffallend sind auch die dunklen, wachsamen Augen sowie die schwarze Pigmentierung an Nase und Lefzen.


Verwendung

Wer sich von dem Bild des „weißen Riesen“ beeindruckt zeigt, und ihn hauptsächlich deswegen anschaffen will, ist eigentlich nicht gut beraten. Als Herdenschutzhund ist der Kuvasz eher ein selbständig agierender und sich selbstüberzeugender Wachhund. Diese Rasse hat Temperament und entwickelt sich am besten da, wo ihr natürlicher Instinkt des Wachens und Schützens nicht brach liegen muss. Ideal als Revier ist ein Haus mit Gartengrundstück, welches er bewachen kann.

Der Kuvasz ist hochintelligent, denkt und handelt selbständig und folgt aus Zuneigung; er macht um so mehr Freude, je mehr er Familienmitglied sein darf. Trotz ausgeprägtem Selbstbewusstsein ist der Kuvasz sehr empfindsam. Der liebevoll konsequent und geduldig (niemals mit Härte und Gewalt) erzogene Kuvasz wird ein äußerst treuer und angenehmer, ruhiger Hausgenosse. Hierzu ein Satz von Pál Sárkány: "Treffen auf den Kuvasz nur gute Eindrücke, so wird er beispiellos gutmütig, in roher Umgebung verwildert er und wird gefährlich."

Unter erfahrener Anleitung kann man mit dem Kuvasz die Begleithundeprüfung ablegen. Er zeigt sich bei entsprechend einfühlsamer, geduldiger Ausbildung manchmal sogar als begabter Fährten- und Rettungshund, wird jedoch niemals den sprichwörtlichen Gehorsam zum Beispiel eines deutschen Schäferhundes zeigen, dazu ist er zu eigenwillig. Eine Schutzhundeausbildung und -prüfung ist gerade wegen dieses Charakterzugs auch nicht zu empfehlen. Den Kuvasz zeichnet eine hohe Reizschwelle aus und ein Instinkt, der ihn echte Gefahren sicher erkennen lässt. Wichtig ist es, ihn von Anfang an Kontakte mit anderen Menschen und Hunden aufnehmen zu lassen, er wird dadurch umgänglicher und freundlicher nach außen, ohne dass seine Wachsamkeit darunter leiden wird. Er ist sehr ausdauernd und hat Freude, wenn es kühl ist, neben dem Fahrrad zehn bis 15 km zu laufen, bei entsprechendem Training auch mehr. Er eignet sich als Begleithund für Reiter, wenn er von klein auf daran gewöhnt wird.

Herkunft und Geschichtliches

Der Name Kuvasz (sprich Kuwaß, das "a" soll beinah wie "o" klingen) stammt, wie die Hunde ursprünglich auch, aus dem türkisch-asiatischen Raum von dem Wort Kawash oder Kawass, das soviel heißt wie bewaffneter Sicherheitswächter oder Bogenschütze. Bei Ausgrabungen im alten Sumer fand man Tontäfelchen, auf denen neben ökonomischen Aufzeichnungen auch ähnliche Hunde abgebildet und mit KU-AS-SA bezeichnet sind. Letztlich lassen sich alle unsere Haushunde auf den Wolf zurückführen; fest steht jedoch, dass besonders unsere Hirtenhunde uralte Rassen sind, die heute noch über ursprüngliche Wesensmerkmale verfügen, die sich über die Jahrtausende im Zusammenleben mit den Nomaden und Hirten herausgebildet und gefestigt haben.

Kuvaszähnliche Hunde waren wahrscheinlich schon zur Zeit der ersten großen Völkerwanderung, beginnend mit dem Hunneneinfall ins Land der Ostgoten im Jahre 375 n. Chr., Begleiter der Magyaren. Es gibt auch eine Theorie, wonach der Kuvasz zu der Zeit in Ungarn erschienen ist, als die Kyptschaken (Kumanen) im Magyarentum aufgegangen sind (13. Jahrhundert). Aufzeichnungen gibt es aus der Zeit von König Matthias (Matthias Corvinus, 1458–1490), aus denen ersichtlich ist, dass der Kuvasz zu Wolfs- und Bärenjagden des Hofes verwendet wurde und seine besten Exemplare im Kreise des Hochadels gegenseitig als Geschenke dienten. Die moderne Forschung hat die enge Verwandtschaft des Kuvasz zur Tibetdogge und über sie die Herkunft von den Molossern und vom Bronzehund bestätigt. Um die Wölfe, Bären, Raubkatzen und Räuber erfolgreich von den Herden fernzuhalten, waren beispielloser Mut, Klugheit, Kraft, körperliche Gewandtheit und Zähigkeit Voraussetzung, denn ohne dies gab es kein Überleben.

Referenz


Literatur

Image of Die alten Hirtenhunde: Verstehen - Erziehen - Mit ihnen leben
Autor: Gudrun Beckmann
Verlag: Cadmos (2002)
Einband: Gebundene Ausgabe, 111 pages
Image of Kuvasz (Comprehensive Owner's Guide)
Autor: Nikki Moustaki
Verlag: Kennel Club Books Inc (2007)
Einband: Gebundene Ausgabe, 155 pages
Image of Kuvasz: A Complete and Reliable Handbook (Rare Breed)
Autor: Leslie Benis, Dana I. Alvi
Verlag: T F H Pubn (1997)
Einband: Gebundene Ausgabe, 95 pages

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