Zehntausende Hunde im rumänischen Stupini bei Braşov getötet
Seit Tagen werden in weit von Brasov, Rumänien, entfernten Gemeinden Hunde vom Tierordnungsdienst Brasov systematisch gejagt, betäubt und in die Tötungsstation nach Brasov gebracht. Dort werden die Tiere nach 14 Tagen getötet. Das berichtet die Tierschutzorganisation Tasso.
- „Es kann nicht sein," sagt Petra Zipp vom Auslandstierschutz des Bundes gegen Missbrauch der Tiere (bmt) „dass Rumänien Subventionen von der EU zum Ausbau der Wirtschaftsleistung erhält und sich gleichzeitig eklatante Rückschritte im Tierschutz erlaubt. Die Praktiken, Hunde zu jagen, in Tötungsstationen einzusperren, verhungern zu lassen oder sie umzubringen, stehen einem jungen EU-Mitgliedsstaat sehr schlecht an. Die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Denn das Töten gesunder Hunde verbietet das 2008 in Kraft getretene Tierschutzgesetz auch in Rumänien.“
Um bis zur Verabschiedung des Streunerhundgesetzes so viele Hunde wie möglich aus der Tötungsstation in Brasov zu retten, unternahmen der Bund gegen Missbrauch der Tiere gemeinsam mit Tasso große emotionale, logistische und finanzielle Kraftanstrengungen. Viele zum Tode verurteilte Hunde konnten gerettet und in liebevolle Familien vermittelt werden.
Der Stadtrat Braşov beruft sich bei seiner Vorgehensweise auf eine ältere Gesetzesvorlage. Artikel 1 des Gesetzes 9/2008 besagt, dass "der Umgang mit herrenlosen Hunden auf rumänischem Gebiet durch Sondergesetze geregelt wird", so Paula Ciotloş. Das einzige geltende Sondergesetz ist Nr. 227/2002:
- "Diesem Gesetz zufolge sind wir gehalten, den Vierbeiner einzuschläfern, wenn binnen 14 Tagen nach seiner Ergreifung niemand Besitzansprüche meldet", behauptet Flavius Bărbulescu, Leiter des Tierordnungsamtes der Stadtverwaltung Braşov.
Die Vorsitzende des Tierschutzvereins „Milioane de Prieteni” (Millionen Freunde), Frau Cristina Lapis, weist darauf hin, dass die Lage nach wie vor äußerst kritisch ist und in Stupini bei Braşov wöchentlich mindestens 150 Vierbeiner getötet werden.
- "Im Durchschnitt nehmen wir im Monat 10 Hunde auf und vermitteln sie nach Deutschland zur Adoption. Diese Zahl ist aber gleich null verglichen mit den unzähligen monatlichen Morden, die in Stupini geschehen", ergänzt Frau Lapis.
Bei einer tierärztlichen Konferenz in München räumte Flavius Bărbulescu ein, während seiner nunmehr siebenjährigen Amtszeit in Spupini mehr als 26.000 Hunde getötet zu haben.
- "Allein schon in den ersten 6 Dienstmonaten habe ich mehr als 5000 Hunde eingefangen und getötet. Damals liefen sehr viele Hunde auf den Straßen Braşovs herum, und es musste etwas getan werden", bekennt Herr Bărbulescu.
Diese Behauptung hat ihm viele Proteste eingebracht.
- "Mit Entsetzen haben die Anwesenden diese Aussage aufgenommen. Weltweit ist man bestrebt, die Tiere zu retten nicht zu morden", erklärt Frau Cristina Lapis.
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Gesetz 227/2002
- "Herrenlos streunende Hunde sind einzufangen und in die von den Ordnungsämtern für herrenlose Hunde zur Verfügung zu stellende Unterkünfte zu überführen, wo sie 14 Tage lang gehalten werden. Chronisch kranke und Hunde mit unheilbaren Krankheiten sind sofort zu töten. Nach Ablauf dieser Frist sind die Hunde einzuschläfern, wenn sich kein Halter meldet oder die Tiere nicht in Pflege genommen werden" (Quelle).
Maßnahmen beim bmt
Ab Mai hofft der Bund gegen Missbrauch der Tiere, die Straßenhunde in und um Brasov kastrieren lassen zu können.
- „Die Vorbereitungen beim bmt laufen auf Hochtouren - und mitten drin erreicht uns nun
diese Hiobsbotschaft, dass die Bürgermeister einiger Gemeinden und der Leiter des Tierordnungsamtes Brasov einen Massenmord an Hunden organisieren.“, erzählt Petra Zipp fassungslos.
Der bmt hat sofort beim Botschafter Rumäniens in Berlin protestiert und aufgrund der Tragweite des Geschehens um seine persönliche Unterstützung gebeten und ebenfalls das Auswärtige Amt benachrichtigt.
Der Bürgermeister von Brasov hat seine Bereitschaft zugesichert, ein tierschutzgerechtes Vorgehen zu unterstützen.
- „Die Bevölkerung in Brasov und den meisten Gemeinden, mit denen wir gesprochen haben", erklärt Petra Zipp, „wollen ihren Straßenhunden helfen. Sie sind von den Kastrationen als einziger Lösung des Straßenhundproblems überzeugt - und sind jetzt genauso schockiert und tieftraurig wie wir, dass einige Politiker sich weiter an solchen Verbrechen schuldig machen."
Das können Sie für die Hunde in Brasov tun
Unterstützen Sie die Forderung des bmt an die Verantwortlichen in Brasov und Gheorgheni nach einem Stopp aller Tötungen und fordern Sie mit uns Kastrationsprogramme als einzige humane Lösung des Streunerhundeproblems. Beteiligen Sie sich hier an der Protestaktion:
Die von Ihnen hinterlegten Daten werden nicht an Dritte oder andere Unternehmen weitergegeben. Sie dienen ausschließlich zur Teilnahme an dieser Aktion. Wenn der bmt e.V. zukünftig Informationen rund um den Tierschutz veröffentlicht, werden Sie über die angegebene eMail-Adresse automatisch informiert.
Netmarks
- Bildergalerie mit aktuellen Bildern aus Brasov
- Protestbriefe, die an die Bürgermeister in Brasov gehen
- Petition für Straßenhunde (Bund gegen Missbrauch der Tiere)
- EU-Resolution Straßenhunde (Bund gegen Missbrauch der Tiere)
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