Hunde und Katzen sind keine Urlaubs-Mitbringsel
In vielen südlichen Ländern gehören sie zum Straßenbild: Herumstreunende und offenbar herrenlose Hunde und Katzen. Ihr teilweise jämmerliches Aussehen verleitet viele Urlauber zur spontanen Hilfe. „Und das ist auch gut so“, meint Philip McCreight, Leiter der Tasso-Zentrale. Tierschützerisches Engagement dürfe nicht vor der eigenen Haustür enden, artgerechtes Futter und vor allem tierärztliche Hilfe sei für Streuner oft lebensnotwendig.
Oftmals zu weit ginge die Tierliebe aber, wenn sich Urlauber nicht mehr von ihrer vierbeinigen Ferienbekanntschaft trennen und diese mit nach Hause nehmen wollen. „Für den Grenzübertritt ist in allen europäischen Ländern eine Tollwutimpfung vorgeschrieben“, erklärt McCreight. „Sie muss wenigstens vier Wochen zurückliegen und darf nicht älter als ein Jahr sein. Da die Wenigsten entsprechend lange Urlaub machen können, ist der ‚Export‘ schon aus Zeitgründen kaum möglich“.
Hinzu komme: „Die mitgebrachten Tiere müssen bei der Einfuhr nach Deutschland gechippt oder gut leserlich tätowiert sein. Außerdem muss eine spezielle amtliche (EU) Mustergesundheitsbescheinigung für sie vorgelegt werden. Aus zahlreichen Urlaubsländern ist zusätzlich eine Bescheinigung über einen Bluttest, der drei Monate vor der Einfuhr erfolgte, erforderlich“.
Wer die Einfuhr dennoch riskiere, müsse damit rechnen, dass der Hund oder die Katze vom Zoll in Quarantäne geschickt werden. „Das kann vor allem bei Welpen zu schweren psychischen Belastungen führen“, warnt McCreight. Viel besser sei es, den liebgewordenen Hausgenossen einem örtlichen Tierheim oder einer Tierschutzorganisation anzuvertrauen.
„An vielen Orten in Süd- und Osteuropa gibt es Einrichtungen für herrenlose Tiere, die mit Unterstützung aus Deutschland arbeiten“, sagt der Tasso-Chef. „Will man unbedingt einen Hund oder eine Katze mit nach Hause nehmen, sind diese Organisationen der beste Ansprechpartner. Vor allem: Die Tiere sind dort in der Regel bereits geimpft, entwurmt und kastriert beziehungsweise sterilisiert“.
Quelle
- Pressemitteilung des Tasso e.V. vom 3. August 2008.
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