Abschied vom Heimtier
Die meisten Menschen lieben ihre Heimtiere und haben ein sehr inniges Verhältnis zu ihnen. Sie genießen die gemeinsame Zeit und können sich nur schwer vorstellen, eines Tages Abschied nehmen zu müssen. Doch es ist wichtig, sich mit diesem Thema rechtzeitig auseinander zu setzen. Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten gibt Rat, wie man in Würde und mit Rücksicht auf das Tier gemeinsam den letzten Weg beschreitet.
"Häufig sterben Tiere nicht unbedingt an Altersschwäche oder durch einen Unfall. Viele unheilbar kranke oder verletzte Tiere müssen eingeschläfert werden", erläutert Martina Schnell, Referentin für Heimtiere bei Vier Pfoten.
Selbstverständlich ist es ein Gebot des Tierschutzes, leidende Tiere von ihren Schmerzen zu befreien. Häufig sind die Tierhalter mit der Situation emotional überfordert. Deshalb empfiehlt es sich, die Entscheidung zusammen mit dem behandelnden Tierarzt zu treffen. Dabei kann es dem Tier helfen, wenn es in seinem gewohnten Umfeld eingeschläfert wird.
Viele Tierhalter haben Bedenken, das Tier könne beim Einschläfern leiden und den Tod bewusst erleben. Diese Sorge ist unbegründet. In der Regel erhält es eine Spritze mit Narkosemittel, das die Wahrnehmung und das Schmerzempfinden ausschaltet. Anschließend wird dem Tier eine Lösung injiziert, die zum Tod führt. "Es kommt vor, dass sich das Tier während oder nach dem Einschläfern noch bewegt oder Kot absetzt. Das sind lediglich Muskelkontraktionen, die das Tier nicht mehr mitbekommt", sagt Martina Schnell.
Tierhalter mit eigenem Garten können ihr totes Tier unter bestimmten Voraussetzungen auf ihrem Grundstück beerdigen. Dies darf nicht in einem Wasserschutzgebiet liegen. Außerdem muss das Grab mindestens 50 cm tief sein und ausreichend von öffentlichen Wegen entfernt liegen. Es empfiehlt sich, rechtzeitig beim zuständigen Bezirksamt oder der Gemeinde nachzufragen. Beerdigungen im Wald oder auf öffentlichem Grund sind untersagt.
Wer sein Tier auf einem Tierfriedhof begraben möchte, erhält entsprechende Adressen beim Tierarzt oder über das Internet.
Verstirbt das Heimtier in der Tierarztpraxis und äußert der Halter keine besonderen Wünsche, wird das tote Tier zu einer Tierkörperbeseitigungsanstalt gebracht oder in einem speziellen Tierkrematorium zu Asche verbrannt.
Die Trauer um ein Tier gestaltet sich individuell. Sie kann unter Umständen sehr intensiv sein und lange andauern. Der Tierhalter sollte sich nicht dagegen wehren und seine Trauer akzeptieren. Entscheidet sich der Halter für ein neues Tier, empfiehlt Vier Pfoten den Gang zum Tierheim. Hier warten viele Tiere auf ein liebevolles, neues Zuhause.
Grundsätzlich sollten Tierhalter berücksichtigen: Die meisten Heimtiere brauchen unbedingt Sozialkontakt mit Artgenossen, um psychisch nicht zu verkümmern.
Netmarks
- www.vier-pfoten.de
Quelle
- Pressemitteilung von Vier Pfoten - Stiftung für Tierschutz vom 21.02.2008.
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