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30-Mar-2003

Samoyeden stammen vermutlich aus dem äußersten Norden Russlands, aus der Region zwischen den Halbinseln Kanin und Taymir -- zumindest leben dort die Völker der samojedischen Sprachgruppe, die der Hunderasse den Namen gaben und die Vorfahren der heutigen Samoyedenhunde gezüchtet haben. Die Hunde wurden von europäischen und amerikanischen Forscher auf Expeditionen in der Arktis und Antarktis als Schlittenhunde genutzt, die Rasse ist für das Leben in niedrigsten Temperaturen gezüchtet.

Naturgemäß stellt sich daher die Frage, ob Samoyeden auch bei kontinentalen Temperaturen beschwerdefrei leben können. Ganz sicher lässt sich dies leider nicht beantworten -- wir haben Samoyeden in Spanien gesehen, wo diese Hunderasse derzeit groß in Mode ist; Samoyeden gibt es in Los Angeles und Kalifornien, in Australien und angeblich sogar in Afrika; aber wer weiss schon sicher, ab wann die Hunde unter dem Klima zu leiden beginnen?

Nauka hatte im Frühjahr, als die Temperaturen zu steigen begannen, einen zweiten Fellwechsel; wir vermuten, dass sie sich den Umgebungstemperaturen anpasst. Überhaupt sagt man Samoyeden eine ausgezeichnete Anpassungsfähigkeit nach, wir können dabei jedoch natürlich keine allgemeingültigen Aussagen aus eigener Erfahrung machen.

Nach unseren eigenen Erfahrungen können Samoyeden problemlos in Deutschland leben; allerdings mag es auch zuchtspezifische Unterschiede geben: Da Nauka aus einer eher sportlichen Familie (eher »Leistungshunde« als »Showhunde«) stammt, mag sie besser mit hohen Temperaturen klarkommen als dichter bepelzte Samoyeden.

Grundregeln

Wir bemühen uns, einige Grundregeln zu befolgen, die allerdings auch für die meisten anderen Hunderassen gelten:

  • Bei sommerlichen Temperaturen sollte man die Aktivitäten während des Tages begrenzen -- wie auch bei allen anderen Hunderassen. Da Hunde nicht durch die Poren der Haut, sondern nur über die Zunge und die Pfoten transpirieren können, ist jede Hunderasse weitaus hitzeanfälliger als Menschen.
  • Wir versuchen, Ausflüge bei Hitze nur in schattige Gebiete zu unternehmen, möglichst in Wälder mit einem kleinen Flusslauf oder einem See zum Abkühlen und Trinken.
  • Gibt es kein natürliches Gewässer, muss man ausreichend Trinkwasser für den Hund mitnehmen.
  • Den PKW sollte man im Schatten parken, und natürlich darf man keinen Hund länger als wenige Minuten ins Auto sperren, wenn Sonne direkt auf das Auto brennt -- wer das dennoch versucht, riskiert das Leben seines Hundes und eine Strafanzeige wegen Tierquälerei.
  • Wenn das Fell nass wurde, muss man dafür sorgen, dass es trocknen kann. Das Oberfell der Samoyeden ist wasserabweisend, selbst bei starkem Regen wird das Unterfell normalerweise nicht nass; Abfrottieren mit einem Handtuch sollte ausreichen, um den Hund »stubenrein« zu bekommen. Wir halten das Föhnen von Hunden für Unsinn, es mag aber Situationen geben, in denen man seinen Hund rasch trocken bekommen mus.
  • Nach dem Schwimmen braucht Nauka etwa einen halben Tag zum Trocknen, da hierbei auch das Unterfell nass wird; andere Samoyedenbesitzer haben uns allerdings berichtet, dass ihre Hunde mehrere Tage zum Trocknen brauchen; auch hier mag es also zuchtspezifische Unterschiede geben.
  • Manche Samoyedenbesitzer lassen ihre Tiere im Sommer scheren, wieder andere empfinden dies geradezu als »Sakrileg«. Bisher sehen wir keine Veranlassung, Nauka scheren zu lassen, wer den Eindruck hat, dass sich sein Samoyede danach wohler fühlen könnte, sollte dies aber ruhig in Erwägung ziehen. Allerdings sollte man sich viel Zeit zum Scheren nehmen und eine robuste Schermaschine zur Hand haben, das Samoyedenfell ist wohl recht widerspenstig.

Samoyeden im Sommer

Naukas Lieblingsplatz ist und bleibt der (Nord-) Balkon, ob im Sommer oder im Winter:

Baden Samoyeden?

Unterwegs wird man häufig gefragt, ob denn ein nordischer Hund mit einem so dichten Fell überhaupt schwimmen kann.

Antwort: Er kann!

Nauka brauchte einige Eingewöhnungszeit an das nasse Element; bei ihren ersten Begegnungen mit Flüssen und Seen im März 2003 planschte sie zwar gerne, schwamm jedoch nicht.

Auch einen Monat später kühlte sie sich zwar gerne die Pfoten und den Bauch, wagte sich jedoch nicht tiefer ins Wasser hinein.

Im April 2003 waren die Umgebungstemperaturen dann so sommerlich, dass wir Nauka zum Schwimmen ermutigen konnten -- mit Erfolg.

Das Schwimmen hat für Samoyeden (und deren Umgebung) jedoch gewisse Nebenwirkungen:

Nach dem Baden muss das Wasser wieder aus dem Fell...

... und das attraktive Aussehen leidet etwas.

Ausserdem gibt es auch Langzeitfolgen :-)

(Foto oben: Nauka schüttelt sich. Die Ohren bleiben nicht so. Ehrlich!)

Nauka geht baden:

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