›Willkommen Wolf!‹ auch in Schleswig-Holstein

NABU: Land muss Vorbereitungen für weitere Einwanderung treffen

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Wolf im Schnee

Der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) nimmt die jüngste Meldung über den Wolfsnachweis in Schleswig-Holstein zum Anlass, das Land aufzufordern, Maßnahmen für zukünftige Einwanderungen zu treffen.

Der Nachweis eines Wolfes in Schleswig-Holstein ist eine gute Nachricht“, sagte der NABU-Landesvorsitzende Hermann Schultz. Wölfe sind aber in Deutschland vielen Gefahren ausgesetzt, vor allem durch illegale Abschüsse und im Straßenverkehr müssen Wölfe ihr Leben lassen. So kam auch der junge Rüde an der vielbefahrenen B 76 bei Süsel im Kreis Ostholstein ums Leben.

Der NABU hat die Hoffnung, dass dieser Wolf nicht der einzige bleibt, der den Weg nach Schleswig-Holstein findet. Bereits vor gut einem Jahrzehnt war es einwandernden Wölfen gelungen, sich auf einem großen Truppenübungsplatz in Sachsen erfolgreich anzusiedeln.

Mittlerweile leben in der Lausitz zwei Wolfsrudel mit insgesamt 16 Tieren. Der Freistaat Sachsen reagierte auf dieses unverhoffte „Geschenk der Natur“ mit einer Reihe von naturschutzfachlichen Managementmaßnahmen, so zum Beispiel der Einrichtung des Kontaktbüros „Wolfsregion Lausitz“, einer neutralen Anlaufstelle für die Bewohner dieses Gebietes. Dies geschah in der Absicht, das für beide Seiten ungewohnte Zusammenleben von Wolf und Mensch weitgehend konfliktfrei zu ermöglichen.

Wenn in der Zukunft die Einwanderung erfolgreich gelingen sollte, kann Schleswig-Holstein neben der italienischen Toskana oder der polnischen Wartheniederung ebenfalls wieder zum Wolfsland werden", so Schultz weiter.

Mit Blick auf eine mögliche Rückkehr von Wölfen nach Schleswig-Holstein fordert der NABU erneut ein länderübergreifendes Wolfsmanagement. Daher müssten die einzelnen Bundesländer rechtzeitig Pläne in der Schublade haben, die das Zusammenleben von Mensch und Wolf regeln. Gerade die jüngsten Meldungen von Vorkommen in Niedersachsen und möglicherweise Mecklenburg-Vorpommern unterstreichen die Bedeutung einer raschen länderübergreifenden Zusammenarbeit.

Das traurige Schicksal des ersten Wolfes in Schleswig-Holstein verdeutlicht zudem, wie wichtig die Forderung des NABU in seinem Bundeswildwegeplan ist, gesicherte Wanderwege für Wildtiere wie Wolf, Luchs und Fischotter einzurichten“, so Hermann Schultz.

Der NABU fordert die Landesregierung auf, rasch aktiv zu werden. Wichtig sei jetzt vor allem, durch eine Genanalyse die definitive Herkunft des Wolfs zu klären. Gerade einzelne Wölfe haben einen großen Aktionsradius. Der Landesregierung müsse klar werden, wie dringend notwendig ein abgestimmter Managementplan für den Wolf sei. „Die fachlichen Grundlagen sind seit langem bekannt, es mangelt nur an der Umsetzung“, so der NABU-Landesvorsitzende.

Der NABU unterstützt auch in Schleswig-Holstein die vorsorgliche Schulung ehrenamtlicher Wolfsbetreuer und setzt sich aktiv für den Erhalt von großflächigen Schutzgebieten ein, die sich auch als Rückzugsräume für Wölfe eignen. Gerade das Netz „Natura 2000“, in dem das europäische Naturerbe nachhaltig gesichert werden soll, kann eine Grundlage dafür sein, wenn dort die EU-rechtlich festgelegten Schutzbestimmungen konsequent und vorangehend angewandt werden.

Der NABU unterstützt mit seinem Projekt „Willkommen Wolf!“ die Rückkehr frei lebender Wölfe nach Deutschland. Antworten auf dringende Fragen zum Umgang mit dem Wolf bietet auch die NABU-Broschüre „Willkommen Wolf“.

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